Donnerstag, 23. Mai 2013

1852 - Schöppners Sagenbuch Zweiter Band, 555. Sagenhaftes Alter von Regensburg




Schöppner, Alexander
Sagen
Sagenbuch der Bayerischen Lande
Zweiter Band
554. Sankt Mang zu Stadt am Hof
555. Sagenhaftes Alter von Regensburg
556. Wie der hl. Emmeram einen Greis von der Sünde führte

555. Sagenhaftes Alter von Regensburg.

[109] Rohner Ratisbona novantiqua p. 5. C.T. Gemeiner's Reichsstadt Regensburgs Chronik S. 6. Chr. G. Gumpelzhaimer Regensburgs Geschichte, Sagen und Merkwürdigkeiten I, 12.



Nach uralten Volkssagen ist Regensburg schon zu des Altvaters Isaaks Zeiten ein Wohnsitz alter deutscher Könige gewesen. Auch behaupteten die Juden, welche im Jahr 1519 aus Regensburg vertrieben worden, daß ein Theil ihrer Nation, nachdem sie in die syrische Gefangenschaft gerathen, in die hiesigen Gegenden und namentlich nach Regensburg, welches dazumal Germansheim geheißen haben solle, geführt worden wäre und sich alldort niedergelassen hätte. Deßgleichen behaupteten die Juden zu Regensburg schon im Jahre 1277 vor Kaiser Friedrich zu Linz in ihrer Verantwortung wider die Regensburger, sie hätten in selbiger Stadt auf die 1800 Jahr lang ihre Wohnung gehabt. Nach einer anderen Sage sollen die Juden von Jerusalem zur Zeit der Kreuzigung Christi ein Sendschreiben an die Juden nach Regensburg gesendet und selbe aufgefordert haben, sich zu freuen, daß sie Jesum getödtet hätten, und den ganzen Verlauf beschrieben haben.


Quelle:
Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayer. Lande 1–3. München 1852–1853, S. 108-109.

Permalink:
http://www.zeno.org/nid/20005672775

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Literatur · Deutsche Literatur