Mittwoch, 27. Dezember 2017

1300 - Regensburg auf der Ebstorfer Weltkarte


Die Ebstorfer Weltkarte war eine berühmte mittelalterliche Weltkarte von ca. 3,57 m Durchmesser auf 30 zusammengenähten Pergamentblättern, datiert auf ca 1300 n. Chr.

Sie hatte die damals verbreitete Form einer Radkarte, also mit Osten oben (Asien), Europa links unten und Afrika rechts unten, ferner Jerusalem (als Geburtsort Christi)  im Zentrum.

Mit mehr als 2.300 Text- und Bildeinträgen war sie nach derzeitigem Kenntnisstand die größte und umfangreichste mappa mundi (Weltkarte) aus dem Mittelalter.

Das eigentliche Original, das wohl 1300 entstand, verbrannte 1943, erhalten sind aber Reproduktionen, die das Original jedoch nicht vollständig wiedergeben können.

Ich habe sehr lange gebraucht, um Regensburg auf dieser Karte zu orten. Zuerst dachte ich, Regensburg ist nicht dabei. Aber mit Hilfe eines Freundes ist mir das dann doch noch gelungen:







Andere Version, gefunden auf David Rumsey (davidrumsey.com), bessere Auflösung und zoombar:




1154 - Regensburg auf der Weltkarte Tabula Rogeriana - die Idrisis-Karte

Die Tabula Rogeriana (dt. „Die Karte von Roger“) ist eine 1154 angefertigte Weltkarte des arabischen Geographen Al-Idrisi.

Al-Idrisi arbeitete  am Hofe des normannischen Königs Roger II. von Sizilien an den Illustrationen und Kommentaren der Karte. Sie zeigt den gesamten eurasischen Kontinent und den Norden Afrikas. Sie ist, anders als heutige Karten, in Süd-Nord-Richtung ausgerichtet.

Und - ich fand dort Regensburg! Hier bezeichnet als Rangburk



Tabula Rogeriana mit Standort Regensburg. Europa ist rechts unten; oben ist Süden, unten Norden.
Die Karte ist aus heutiger Sicht "verkehrt"




Dienstag, 26. Dezember 2017

1285 - Regensburg in der Herefordkarte




https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hereford-Karte.jpg


Die im englischen Herford lagernde Hereford-Karte ist die größte vollständig erhaltene mappa mundi, eine mittelalterliche Weltkarte. Sie ist eine der wichtigsten Unikate aus der früheren Kartographie.

0375 - 375 bzw 1100 bzw. 1619 n. Chr. - Regensburg in der Tabula Peutingeriana

Das wohl älteste Auftauchen von Regensburg in antiken Karten dürfte hierin liegen: Tabula Peutingeriana, die Peutingerkarte - eine römische Straßenkarte, die in gepresster Form das Straßennetz im gesamten römischen Reich (Europa und darüberhinaus) zeigt.

Regensburg ist dabei ganz oben zu sehen und heißt einfach "Regino", womit entweder das Lager selbst (Castra Regina) oder der Fluss Regen als Orientierungspunkt für das Regensburger Lager gemeint ist. Die Donau ist in dieser verzerrten Darstellung in fast horizontaler Form am oberen Rand sichtbar.

Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine kartografische Darstellung, die das römische Straßennetz (viae publicae) im spätrömischen Reich zeigt.

Das eigentliche Original entstand etwa 375 n. Chr. und existiert nicht mehr; es gibt eine mittelalterliche Abschrift aus dem 12. Jahrhundert (die als Peutinger-Version bezeichnet wird und heute in Wien aufbewahrt wird) und verschiedene Drucke ab 1591.

Die Drucke sind natürlich nicht dasselbe wie das (einmalige) mittelalterliche Original, sondern sind von Kupferstechern angefertigte "Kopien", also Kupferstiche.

Die gesamte Tabula Peutingeriana Version auf wikicommons:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:TabulaPeutingeriana.jpg&filetimestamp=20070710191202

Ausschnitt aus Peutinger Karte. Quelle: wikicommons

Ausschnitt aus der Peutingerkarte mit eigenen Kommentierungen

1375 - Regensburg im Katalanischen Atlas - Portolankarte

Katalanischer Weltatlas 1375,  Gesamtansicht. Die Beschriftung im oberen Teil ist kopfstehend
Volle Auflösung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1375_Atlas_Catalan_Abraham_Cresques.jpg

Ausschnitt mit Regensburg, Bild gedreht
mit Dank an Werner Mayer, der mir bei der mittelalterlichen Schrift half

1448 - Regensburg auf der Walsperger Weltkarte

Diesmal habe ich mir die Walsperger Karte vorgenommen. Dass ich hier Regensburg fand, war eine  Überraschung für mich.

Die Weltkarte des Andreas Walsperger von 1448, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 1362 B, ist eine christlich geprägte mittelalterliche Weltkarte. Sie ist eine der wenigen im Original erhaltenen mappae mundi aus dem deutschen Sprachraum und gilt als ein Meilenstein der historischen Kartografie.

Wie eben bei mittelalterlichen Karten üblich (man kannte ja die "Neue Welt" von Nord- und Südamerika noch nicht) war nur Asien, Europa und der Afrika (faktisch Nordafrika) bekannt und sichtbar, außenrum das Meer.  Entgegen anderen Radkarten ist aber nicht Osten oben, sondern Süden ist oben, Norden unten. Europa erscheint hier also rechts unten, Asien links unten, Afrika oben.





Der Kartograph hat Süden oben angesetzt und die Karte entsprechend beschriftet. Oben am Bildrand dieses Ausschnitts sieht man den Ansatz von Italien, unten am Bildrand Dänemark. In der Mitte die Donau, die von rechts nach links Richtung Schwarzes Meer fließt. Regensburg = ratispo

1550 - Regensburg in der Weltkarte von Pierre Descelier

Diese Weltkarte aus 1550 taucht im deutschen Wikipedia nicht auf und wird auch in den gängigen Büchern über alte Weltkarten gerne vergessen. Sie stammt von Pierre Descelier, und ich fand zu ihr nur durch Zufall bei einer Recherche auf youtube mit Berichten über alte Atlanten.

Eine zoombare Darstellung findet man in der British Library auf
http://www.bl.uk/manuscripts/Viewer.aspx?ref=add_ms_24065_f001r

Dort ist die Karte kopfstehend gescant, damit man sie im vertrauten Modus (Norden ist oben) sehen kann. Die Beschriftung aber ist dadurch verkehrt. Man muss sich Screenshots anfertigen und am PC drehen, um die Orientierung zu finden. Regensburg ist nicht betitelt, nur symbolisiert.

Ausschnitt aus Desceliers Weltkarte mit Regensburg an der Donau, Originalausrichtung (Süden ist oben)

Gedrehte Version (Norden ist jetzt oben, unten ist Italien erkennbar, und der Lauf der Donau ist ebenfalls erkennbar)

Original-Ausrichtung (Süden ist oben; die Karte ist gesüdet, wie es in der damaligen Zeit verbreitet war)

1339 - Regensburg auf Portolankarte von Dulcert Angelino

Portolankarte Dulcert, 1339, Ausschnitt, gedreht. Süden ist oben! Mitte:Passau, rechts: ratisbona (Regensburg)

Bild gedreht, damit Norden oben ist. Jetzt ist die Donau erkennbar, die in das schwarze Meer fließt.

Angelino Dulcert (vor 1339), wahrscheinlich dieselbe Person wie Angelino Dalorto, war ein Kartograf von Mallorca. Seine Portolankarte ist die erste, der 1339 in Palma erstellt wurde.


Link zur Original-Bilddatei ‎(9,122 × 6,825 pixels, file size: 14.72 MB)
Achtung - bei diesem Scan ist Süden oben.


Zu obigem Scan: Achtung - bei diesem Scan ist Süden oben. Die Beschriftung wechselt - in der oberen Hälfte steht die Schrift Kopf, so als wenn die Karte auf einem Tisch liegt, um den herum die Betrachter gehen. Der Bereich um Regensburg liegt in der oberen Hälfte, also ist dort die Schrift in diesem Bild kopfstehend.